Das mag sich lustig oder auch unglaubwürdig anhören, soll aber im folgenden erläutert UND bestätigt werden.

Biologe Karl Berg vom “The Cornell Lab Of Ornithology stellte sich die Frage: “Wie erlernen Papageien ihre Namen?”
Sind sie genetisch festgelegt, oder eher erlernt?

In Gefangenschaft machen Vögel nahezu alle Geräusche nach, Türen, Klingeln, Sprach, Bellen oder auch anderer Vögel.
In Freiheit machen nur die wenigsten fremde Geräusche, sondern geben nur die Töne ihrer Spezies von sich.
Die “Namen” der  Freiland-Papageien nennen die Forscher Signature-Contact-Calls was soviel wie “Charakteristische Kontakt-Rufe” bedeutet. Was im Grunde nichts anderes heißt, als dass jeder Vogel einen individuellen Ruf sein Eigen nennt, etwas, das ihn erkennbar macht.
Viele Tierarten haben im Freiland “Namen”, was bei Papageien so speziell ist, sie können nicht nur ihren eigenen “Namen” sondern auch den von anderen “Vögeln”

Bei anderen Tierarten muß man sich das so vorstellen: “Ich bin Bob”, “Bob hat Futter gefunden”, “Bob sieht Gefahr”
Bei Papageien ist das etwas anders: “Hey Tom, ich bin Bob, sollen wir was Essen gehen?”, eine wirklich herausragende Eigenschaft in der Tierwelt.

Aber zurück zu Karl. In Venezuela wollte er herausfinden, wie die Vögel zu ihren “Namen” kommen. Werden sie damit “geboren” oder ist er angeeignet bzw. von den Eltern vergeben?
Dazu arbeitete er unter anderem mit Grünbürzel-Sperlingspapageien und überwachte deren Nistboxen.

Der Versuch:
Karls Test war ähnlich wie das Vertauschen von Babys im Krankenhaus. Er ging zu 2 Nestern, nahm die Eier raus und tauschte sie untereinander.
Wenn die Küken jetzt aufwachsen und sich anhören wie ihre biologischen Eltern, dann ist der “Name” quasi in den Genen verankert.
Klingen sie aber eher, wie ihre Adoptiveltern, dann weiß Carl, daß der “Name” erlernt ist.

Zwei Monate überwachte Karl die Nester mit Kameras und Mikrofonen und dokumentierte nahezu alles, was Einfluss auf die Art der Kommunikation nehmen konnte.
Mit etwa zwei Wochen machten die Küken Bettellaute, die von Küken zu Küken gleich klangen, aber sie verstummten schon wenn die Eltern Geräusche machten und schienen diese zu erkennen. Die Küken wurden erst aufmerksam, dann nervös, man merkte ihnen an, dass sie erkannten, wer da gerade “spricht”.
Fütterte das Vatertier die Jungen, konnte man beobachten, wie das Muttertier am Eingang der Nisthöhle saß und hinein rief. Vater schien zu antworten, er drehte sich aber nicht um, hatte offensichtlich Mutters “Namen” erkannt. Es war wie “Kann ich runter kommen?”, “Ja, komm schon…”
Die Küken hören diese Kommunikation und sie lernen…

Eine Woche später, die Küken schlafen, im Umfeld geben viele andere Papageien der gleichen Art Laute von sich, keine Reaktion.
Als die Elterntiere jedoch rufen, reagieren die Küken ganz aufgeregt, sie strecken die Hälse, recken die Köpfe in die Höhe.
Nochmal 5 Tage später fangen auch die Jungtiere an Geräusche zu machen, sie sind noch lange nicht perfekt, aber sie werden zu ihrem individuellen Ruf, ihrem “Namen” werden. Weitere 2 Wochen später haben alle ihren individuellen Ruf gefunden, sie erkennen sich gegenseitig und erkennen ihre Eltern.

Karl vergleicht die Rufe der Jungtiere mit denen der Aufzugseltern und denen der biologischen Eltern und stellt fest, dass sie eher den Rufen der Adoptiveltern gleichen, als denen ihrer eigentlichen Eltern. Ihren individuellen Ruf, ihren “Namen” haben die Tiere also erlernt.

Dieser Signifikante Ruf ist nur einer von fast 100 verschiedenen Rufen, die die Vögel machen werden, aber nur er ist wie ihr Name.

Karl Berg’s  Arbeit lässt uns die Kommunikation der Vögel mit völlig anderen Augen sehen und ermöglicht uns auch, diese Erkenntnisse für uns zu nutzen.

Beispielsweise wird sich dies ja schon bei entflogenen Vögeln zu Nutze gemacht, die mit ihrem Partnervogel und seinem individuellen Ruf wieder zurück gelockt werden. Aber auch im Umgang mit unseren Heimvögeln bieten sich da viele Möglichkeiten.