Der Brand des Affenhauses im Zoo Krefeld in der Silvesternacht ist eine Katastrophe, betrachtet man, wie viele Tiere ihr Leben ließen. Das ist unumstößlich.

Ein wenig ärgert es mich als „Vogelmenschen“ dennoch, dass meist nur von den (Menschen)Affen die Rede ist, die dort verbrannten. Zuhause waren im Affenhaus aber neben Orang-Utans, Schimpansen, Gorillas und Krallenaffen auch Epauletten-Flughunde und Vögel. Die Ursache und die Schuldigen sind offenbar gefunden und alles Weitere wird jetzt seinen Lauf nehmen.

Während die Wogen sich glätten, und die Hasstiraden langsam abklingen, bleibt aber, auch angeregt durch Tierrechtsorganisationen, die Diskussion um die Notwendigkeit von Tieren in Zoos. Wer argumentiert, dass Tiere ihr Leben in Zoos nur fristen, um uns Menschen zu belustigen, der hat eine sehr engstirnige Sicht auf die Welt.

Eigentlich ist dieser Blog gedacht um Informationen für Papageienhalter bereit zu stellen, aber mit Blick auf das (gerade noch frische) neue Jahr möchte ich einige Gedanken einfach loswerden.

Das vergangene Jahr war stark geprägt durch kontroverse Diskussionen um E-Mobilität, Fridays For Future, Kunststoff-Strohhalm- und Plastiktütenverbot sowie die jetzt gültige Kassenbonpflicht. Was das mit Zoos zu tun hat? Ganz einfach, die o.g. Themen sind alle Teil der Streitigkeiten um die Notwendigkeit spätestens JETZT mit dem Schutz der Umwelt loszulegen. Den Raubbau, den wir an unserer Erde in den letzten Jahrzehnten betrieben, die Verschmutzung von Mutter Natur, kurz: die Zerstörung unserer Lebensgrundlage, unseres Planeten, muss ein Ende finden. Wie? Das kann ich auch nicht sagen, Tatsache ist aber:

Mit dem ersten Klingeln unseres Weckers am Morgen, egal ob mit Energie aus Akku, Batterie oder Steckdose betrieben, sind wir alle Teil des Problems. Das erstreckt sich über unseren ganzen Tag. Radio und TV, Herd, Kühlschrank, Heizung und Belechtung, der Weg zum Job oder zum Einkaufen, Energie muss her und die muss erzeugt werden.

Edelmetalle werden für Schmuck, Leiterplatinen und mehr benötigt, auch sie wachsen nicht an Sträuchern. Der Boden wird durch Pestizide und Herbizide vergiftet, Monokultur macht übermäßiges Düngen notwendig.

Die Natur verändert sich, bedingt durch Menschenhand. Ehemals grüne Flächen werden planiert, gepflastert, geteert, bebaut. Wohnraum für Menschen wird geschaffen während in gleichem Maße “Wohnraum” für Tiere vernichtet wird. In wie weit die von Menschen geschaffenen Probleme Einfluss auf die Umweltkatastrophen haben, kann und will ich nicht beleuchten. Aber auch Stürme, Dürren und Brände tragen dazu bei, dass immer mehr Arten vom Erdboden verschwinden.

Diese Tiere gibt es auf unserem Planeten aber nicht grundlos. Sie alle sind Teil des Systems „Fressen und gefressen werden“ oder sie dienten als Verteiler von Saatgut, als Bekämpfer von Parasiten, etc.
Mit jeder verlorenen Art schrumpft die Vielfalt und damit verschwindet nach und nach täglich ein Rädchen aus der, bis Dato gut funktionierenden, Maschine „Erdenkreislauf“.

Längst geht es bei Zoos nicht mehr um das bloße Zurschaustellen von exotischen Tieren. Die Notwendigkeit von Zucht zur Arterhaltung kann einfach nicht wegdiskutiert werden. Wer verlangt, dass Tiere nur in heimischen Gebieten gezüchtet werden sollen, der übersieht die offensichtliche Problematik. Schaut man aktuell nach Australien, wo es seit Monaten an allen Ecken und Enden brennt, kann man nur froh sein, wenn auf anderen Kontinenten australische Tiere gezüchtet werden.

Unglücke, wie das in Krefeld, können passieren und können unter Umständen ganze Zuchtpopulationen auslöschen. Aber auch Naturkatastrophen, Viruserkrankungen und ja, sogar Kriege, sind jederzeit fast überall möglich und immer eine Bedrohung für solche Tierbestände.

Umso größer ist heute der Stellenwert von Zoos zu sehen. Natürlich sind auch Zoos Wirtschaftsunternehmen, die Miete, Futter, Energiekosten, Versicherungen, Personal und einiges mehr bezahlen müssen. Selbstverständlich müssen sie Geld verdienen. Aber wer soll darüber urteilen? Wir, die wir jeden Tag zur Arbeit fahren um unseren eigenen Lebensunterhalt zu verdienen? Wir, die wir in Urlaub fliegen, Schiffsreisen machen und unsere Lebensmittel für kleinstes Geld beim Discounter kaufen?

Alle, die bis hier hin durchgehalten haben (danke fürs Lesen 😀 ) entlasse ich jetzt ins Wochenende. Denken sie mal über meine Worte nach, und bleiben Sie mir gewogen, ich hoffe wir lesen uns hier im Blog bald wieder.

Herzlichst,

Th. Bienbeck.